Über 60 vorwiegend gewerkschaftliche Unterstützer nahmen teilweise stehend an der Verhandlung teil. Richter Dr. Horn deutete an, dass die vom Bauerverlag genannten Gründe für die beabsichtigte Kündigung jedenfalls auf den ersten Blick eine Kündigung nicht rechtfertigen könnten. Es sei aber deutlich, dass die Atmosphäre im Arbeitsverhältnis „vergiftet“ sei. Der Richter schlug daher ein Mediationsverfahren vor. Nach kurzer interner Beratung haben sich alle Parteien auf dieses Mediationsverfahren unter Vorsitz der Vizepräsidentin des Arbeitsgerichts eingelassen mit dem Ziel, die Voraussetzungen für eine störungsfreie Zusammenarbeit in der Zukunft zu schaffen.
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verdi: Statt Kündigung erst einmal reden

ver.di: Freitag erster Arbeitsgerichtstermin
In einer Pressemitteilung informiert ver.di Hamburg darüber, dass der Gütetermin in Sachen Kersten Artus am Freitag, dem 12. November, 11.30 Uhr, Saal 109, Arbeitsgericht Osterbekstraße 76 (U-Bahn Saarlandstraße) stattfindet. Wolfgang Rose, ver.di-Landeschef und Abgeordneter der Bürgerschaft, erklärt dazu: „Das Vorgehen des Bauer-Verlages stößt bei Abgeordneten aller Parteien und vielen ArbeitnehmervertreterInnen auf Widerspruch. Als Gewerkschaft können wir diese Gutsherrenart eines Hamburger Verlages nicht hinnehmen. Ich werde zusammen mit anderen am Freitag beim Arbeitsgericht sein, um unsere Kollegin Kersten Artus solidarisch zu unterstützen.“

Bauer Anwälte wollen eine Unterlassungserklärung von SPD-Abgeordneten
Laut einer Presse-Information von ver.di-Hamburg wurde bekannt, das der Bauer-Verlag ein weiteres Bürgerschaftsmitglied, ver.di-Landesbezirksleiter Wolfgang Rose, unter Druck setzt: Ihm wurde eine Unterlassungserklärung u.a. wegen kritischer Äußerungen über das Vorgehen des Bauer-Verlages im Begleittext der Solidaritätserklärung zugestellt, und zwar an die Adresse seines Abgeordnetenbüros. Mehr lesen »

Unternehmen wehrt sich gegen Berichterstattung
In einer Presse-Erklärung reagiert die Unternehmensgruppe auf das Medienecho und -anfragen zur Kündigung. Verbunden mit der Erklärung wird es vermutlich so sein, dass presserechtliche Aktivitäten unternommen worden sind, um gegen die – nach Auffassung des Unternehmens – teilweise "wahrheitswidrige Berichterstattung" vorzugehen.

Linkspartei: Seit Monaten Psychoterror
Dora Heyenn, Fraktionsvorsitzende, erklärt hierzu: „Die Kündigungsgründe sind ganz offensichtlich vorgeschoben. Seit Monaten wird ein Psycho-Terror gegen Kersten Artus ausgeübt. Es wird versucht, ihre Loyalität zum Unternehmen in Frage zu stellen, ihre Arbeit und Leistung im Unternehmen zu diskreditieren. Die Kündigung ist auch ein Angriff auf das Ehrenamt. Wir vermuten, dass auch die Mandatsausübung für die Linksfraktion dahinter steckt.”

DJV: Ein unberechtigtes Kündigungsbegehren
Der DJV Hamburg fordert in einer Presseerklärung vom 08.10.2010 die Bauer Programm GmbH auf, von der geplanten Kündigung der Betriebsratsvorsitzenden Kersten Artus Abstand zu nehmen. "Kersten Artus engagiert sich seit vielen Jahren für die Beschäftigten des Hauses Bauer. Wir fordern die Verantwortlichen des Medienhauses auf, das aus unserer Sicht unberechtigte Kündigungsbegehren zurückzunehmen und stattdessen zu einem konstruktiven Dialog mit den Betriebsräten zurückzukehren", sagte DJV- Vorstandsmitglied Anne Stark. "Wir fürchten, dass Betriebsräte bei Bauer durch dieses Vorgehen massiv eingeschüchtert werden."

ver.di: Bauer Verlagsgruppe wird scheitern
ver.di protestiert gegen das Ansinnen der Bauer Verlagsgruppe, die seit 28 Jahren für das Haus tätige Redakteurin Kersten Artus (46) fristlos zu kündigen. Mit dieser Gutsherrenart wird der Bauer Verlag nicht durchkommen. Die Kündigungsgründe sind vorgeschoben. Bauer will sich mit dieser Methode einer unliebsamen und aktiven Betriebsrätin entledigen. Das Vorgehen des Arbeitgebers zeigt, wie wenig er Interessenvertretung und Mitbestimmung im Betrieb respektiert. Kersten Artus hat die volle Unterstützung ihrer Gewerkschaft.
