Der Europäische Betriebsrat der Bauer Media Group hat sich auf seiner Sitzung am 10. Dezember 2010 in einem Brief an den Geschäftsleiter der Bauer Verlagsgruppe, Andreas Schoo, dafür ausgesprochen, die Kündigungsabsicht zurückzuziehen. Die Vertreter/innen aus Spanien, Frankreich, Tschechien und Deutschland haben diese Resolution einstimmig beschlossen. Mehr lesen »
Archiv für die Kategorie ‘Soli-Schreiben’

52 Bürgerschaftsabgeordnete gegen Kündigung
Bisher haben 52 Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft eine Erklärung unterzeichnet, die vom Bauer Verlag “Respekt und Achtung gegenüber Wahlmandaten, ob als Betriebsrätin im Unternehmen oder als Abgeordnete im Parlament, gehören zum demokratischen Ehrenkodex in unserem Land” fordert. “Die jetzt erfolgte Kündigung ist der Höhepunkt der Auseinandersetzung zwischen der Geschäftsführung und Frau Artus. Die beiden Mandate als Betriebsrätin und als Abgeordnete sind rechtlich gegen Benachteiligung geschützt.”

DJV Verbandstag 2010: Bauer muss zum Dialog mit Betriebsräten zurückkehren
Der DJV-Verbandstag vom 8. –10. November 2010 hat folgenden Beschluss gefasst: “Der DJV-Bundesverbandstag fordert die Verantwortlichen der Yvonne Bauer Redaktions KG auf, zu einem konstruktiven Dialog mit den Betriebsräten zurückzukehren. Betriebsräte dürfen in der Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Aufgaben nicht durch unberechtigte Abmahnungen oder Kündigungen beeinträchtigt werden.”

ver.di im NDR: Kündigungsantrag zurücknehmen
ver.di im NDR fordert die Geschäftsleitung des Bauer Verlags auf, das in unseren Augen seit Monaten andauernde Kesseltreiben gehen die Betriebsratsvorsitzende und aktive Gewerkschafterin Kersten Artus sofort zu beenden und die Androhung der Kündigung unverzüglich zurück zu ziehen.

Anja Röhl: Abstrafung einer Betriebsrätin
Anja Röhl schreibt auf ihrer Web-Seite:”Der Verleger Heinz Bauer wurde vor einiger Zeit im “Spiegel” gefragt, ob es wahr sei, dass er seine Betriebsratschefin (Frau Artus), die seit 25 Jahren im Haus ist, noch nie selbst empfangen habe. Bauers Antwort: “Das kann sein. Ich wüsste auch nicht, worüber ich ein konstruktives Gespräch mit ihr führen sollte. Nun stellt sich aber heraus, dass das Unternehmen ein 150-seiten Konvolut durchaus zu füllen imstande war, mit Vergehen, die ähnlich derer, die einer beherzten Lidl-Mitarbeiterin unlängst vorgeworfen wurden, nur einem Zweck dienen, die scheinjuristische Grundlage zu bilden, um sie endlich, zur Befriedung des Bauer-Konzerns, glücklich loszuwerden.”

Hamburger Verlagsbetriebsräte fordern Zurücknahme
Die Betriebsräte der Hamburger Zeitungs- und Zeitschriftenbetriebsräte haben sich in einem Brief an den Personalchef der Bauer Verlagsgruppe gewandt und die Zurücknahme der beabsichtigten Kündigung gefordert. “Die Kündigung und die dazu in der Öffentlichkeit genannten Begründungen stellen nach unserer Auffassung eine Verletzung der im Betriebsverfassungsgesetz verankerten Grundsätze der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung dar. Es ist kein Geheimnis, dass Ihre Gruppe in der Zusammenarbeit mit Betriebsräten seit langem eine andere Zielsetzung verfolgt als in der Branche üblich. “

Gesamtbetriebsrat Fitness First: Wir sind solidarisch
Der Gesamtbetriebsrat der Fitness First GmbH erklärt sich solidarisch mit der Kollegin Kersten Artus. In der fristlosen Kündigung sehen wir einen Willkürakt gegen gewählte Betriebsverfassungsorgane. Offenbar will man sich mit dieser Methode einer unliebsamen und unbequemen Betriebsrats-Kollegin entledigen.Wir fordern die Geschäftsleitung des Heinrich Bauer Verlags Hamburg auf, die fristlose Kündigung der Kollegin Kersten Artus unverzüglich zurückzunehmen.

Personalrat UKE: Vorgeschobene Gründe
Der Personalrat für das nichtwissenschaftliche Personal am Hamburger Universität Klinikum Eppendorf empört sich über das Kündigungsbegehren. Er glaubt, dass die Gründe nur vorgeschoben seien. Es würde nach Meinung des Personalrats vielmehr darum gehen, Betriebsratsarbeit in Unternehmen zu beschädigen.

MLPD: Wir sind solidarisch und werden mithelfen
Wir drücken Dir die uneingeschränkte Solidarität im Kampf gegen den politisch motivierten Kündigungsversuch der Bauer Programm KG aus. Wir werden mithelfen die Solidarität gegen diesen politischen Skandal zu organisieren. Hier das gesamte Soli-Schreiben:

Klaus Ernst schreibt an Yvonne Bauer: Keine Kündigung
Klaus Ernst, Vorsitzender der LINKEN und Jutta Krellmann, Bundestagsabgeordnete der LINKEN protestieren gegen die Kündigung von Kersten Artus. In einem Brief an die Geschäftsführerin der Yvonne Bauer Redaktions KG schreiben sie: “Ihr Bestreben, Ihre langjährige Mitarbeiterin, die Betriebsrätin und Redakteurin Kersten Artus fristlos zu kündigen, hat bundesweit Sorge und Empörung ausgelöst. Kersten Artus arbeitet seit ihrer Ausbildung, seit 28 Jahren, in Ihrem Haus. Sie ist demokratisch gewählte Betriebsrätin und Konzernbetriebsratsvorsitzende, gründete maßgeblich den Europäischen Betriebsrat mit, engagiert sich darüber hinaus in der Gewerkschaft ver.di und wurde als Abgeordnete in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt. Es ist heute keine Selbstverständlichkeit, dass Berufstätige ehrenamtlich so viel leisten. Solche Menschen sind eine Bereicherung für die Gesellschaft. Sie sollten, anstatt sie zu kündigen, stolz darauf sein, Kersten Artus bei sich zu beschäftigen!”

dju in ver.di protestiert gegen Kündigung
Die dju/Fachgruppe Medien protestiert gegen die Kündigung. Der Kündigungsversuch gegen Kersten Artus ist politisch veranlasst. Sie hat sich zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen im Verlag und den Betriebsräten unablässig gegen diese Zumutungen und ein vielfach intolerables Arbeitgebergebaren verlagsintern mit betriebsrechtlichen Mitteln gewehrt und sich als Gewerkschafterin nicht gescheut, sie öffentlich zu machen. Im Vorfeld der Kündigung sind formale Gründe gesucht worden und werden nun im Kündigungsverfahren vorgeschoben. Damit soll vor einem Arbeitsgericht eine außerordentliche Kündigung gegen eine Kollegin von uns durchgesetzt werden. Dagegen protestieren wir aufs Schärfste.

Konzernbetriebsräte von Bauer gegen Kesseltreiben
Unmittelbar nach der Kündigungsabsicht haben die beiden Konzernbetriebsräte der Bauer Media Group vor der Burchardstraße ein Flugblatt verteilt. "Die beiden Konzernbetriebsrats-Gremien sind über den Angriff auf unsere Arbeitnehmerrechte und unsere betriebsrätliche Arbeit empört! Die geplante Kündigung ist der beispiellose Höhepunkt einer Fülle von Angriffen auf Kersten Artus. So gab es im Vorfeld mehrere Ermahnungen, Abmahnungen und sogar massive Gehaltskürzungen.”
